Mittwoch, 30. Oktober 2019

Rezension: Cassardim - Jenseits der goldenen Brücke



Infos 

Titel: Cassardim - Jenseits der goldenen Brücke
Autorin: Julia Dippel
Genre: High Fantasy
Verlag: Planet! in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH
Seitenzahl: 528 Seiten
Preis: 17,00€
Hier gelangt ihr zum Buch: zum Buch/Verlag








Reihe
1. Cassardim - Jenseits der goldenen Brücke
2. ?
3. ?


Amaia ist gerade sechzehn geworden – zum achten Mal. Warum ihre Familie so langsam altert und warum sie keinem ihrer fünf Geschwister ähnelt, möchte Amaia unbedingt herausfinden, aber ihre Eltern tun alles, um dieses Familiengeheimnis zu wahren – ständige Umzüge, strenge Regeln und Gedankenkontrolle inklusive. Amaia sieht ihre Chance gekommen, als ihre älteren Brüder eines Tages einen Gefangenen mit nach Hause bringen: den geheimnisvollen wie gefährlichen Noár, der ebenso wenig menschlich ist wie sie. Doch dann wird Amaias Familie angegriffen und plötzlich ist Noár ihre letzte Hoffnung: Er verlässt mit ihnen die Menschenwelt und bringt sie nach Cassardim, ins Reich der Toten, wo Amaia zwischen Intrigen, Armeen, lebendig gewordenen Landschaften, unwirklichen Kreaturen und mächtigen Fürstenhäusern endlich ihre Antworten findet – und ihr Herz verliert.
Quelle: Planet!



Ein neues Buch von Julia Dippel? Ein größeres Must-Read gibt es gar nicht!

Diesmal haben wir es mit High Fantasy zu tun, was ich persönlich nicht ganz so sehr liebe wie Urban Fantasy, aber ich war dennoch nicht abgeneigt. Julia Dippel entwirft hier eine Welt, die mir so noch nicht begegnet ist. Das Reich der Toten ist in acht Reiche aufgeteilt, die den jeweiligen Fürstenhäusern unterstehen. Es gibt so viel zu entdecken, Berge mit eigenem Willen, Meere aus Sand, der Goldene Berg, das Chaos... Ich habe eine Weile gebraucht, um alles zuordnen zu können und zu wissen, welches Reich zu wem gehört. Das war nicht weiter tragisch, da es Amaia genauso geht. Wir lernen Cassardim nach und nach zusammen mit ihr kennen.

Amaia war mir von der ersten Seite an sympathisch! Sie ist - in doppelter Hinsicht - ein willensstarker Mensch und wieder herrlich sarkastisch. Die weiblichen Protagonisten der Autorin treffen jedes Mal genau meinen Humor! Außerdem sie mutig, steht für sich selbst und ihre Geschwister ein und lässt sich von niemandem unterbuttern, egal wie oft die Leute es versuchen!
Amaia weiß von Anfang an, das sie und ihre Familie bestimmte Talente haben, nur weiß sie abgesehen davon so gut wie nichts, da ihre Eltern alles unter Verschluss halten. Das ändert sich, sobald sie Noár kennenlernt, der nicht nur alles über ihre Fähigkeiten zu wissen scheint, sondern sie auch selbst hat.

Noár bringt Amaia und ihre Geschwister nach Cassardim, aber dabei gibt er nur wenig von sich preis. Er ist ein Rätsel, seine Beweggründe bleiben undurchsichtig und seine sprunghaften Launen treiben Amaia in den Wahnsinn.
Die ersten Kapitel haben gereicht, um mich davon zu überzeugen, dass ich Noár einfach mögen muss. Sein eigener Humor ist die perfekte Ergänzung zu Amaias Sarkasmus und ihre kleinen Kabbeleien waren toll!
Sobald es tiefer in die Materie geht und Amaia erfährt, wer Noár ist, dreht sich sein Charakter etwas. Er wird ruppiger, weniger ausgelassen und setzt eine Maske nach der anderen auf. Damit bringt er Amaia nur noch mehr auf die Palme.
Ich mochte den Noár auf der Reise - genau wie Amaia - lieber. Nichtsdestotrotz schleicht er sich auch mit seinem rätselhaftes Verhalten in mein Leserherz ein, besonders wenn er in den unpassendsten Momenten auftaucht und die Situation in eine neue Richtung lenkt.
An zwei Stellen war mir sein Verhalten allerdings zu viel. In diesen Stellen hätte ich es mehr als genossen, wenn Amaia ihn nicht nur in die Schranken weist, sondern ihm auch eine runter haut.

Die Handlung ist trotz der nötigen Einführung in die Welt Cassardims so aufgebaut, dass es nie langweilig wird. Zusammen mit Amaia lernen wir neue Personen kennen, schätzen sie neu ein, betreten neue Orte und fechten Kämpfe aus. Dabei gibt es genug Machtspielchen, die die Spannung aufrecht erhalten.
Auch der Romance Aspekt kommt nicht zu kurz. Zwischen Amaia und Noár herrscht eine ständige Spannung, über die Maia sich mehr als einmal ärgert. Auf dem Instagram Profil der Autorin hat sie verschiedene Ausschnitte aus dem Buch gepostet und in mehreren davon, ist Amaias Ärger und Noárs Arroganz genau auf den Punkt getroffen. Schaut sie euch an!
Wer bei dem Romane Aspekt auf eine Prinz-rettet-Prinzessin-und-alles-ist-gut-Geschichte hofft, ist hier Fehl am Platz. Die Beziehung zwischen Amaia und Noár ist komplizierter und von den Intrigen am Goldenen Berg gespickt.
Gegen Ende des Buches habe ich mich etwas in "Das Reich der sieben Höfe" zurückversetzt gefühlt. Die Charaktere, der Schauplatz und die Intentionen eines Charakters haben in diesen letzten drei oder vier Kapiteln diese Vergleichbarkeit geschaffen und mich ein klitzekleines bisschen enttäuscht. Einfach aus dem Grund, dass ich die Stimmung die vorher im Buch herrschte, viel besser fand, als die Stimmung, die in "Das Reich der sieben Höfe" herrscht und auch hier letztlich Anklang findet.
Ich bin aber zuversichtlich, dass sich das im zweiten Band wieder legen wird.

Zum Schreibstil brauche ich gar nicht mehr viel zu sagen: Er ist großartig! Leicht, sarkastisch und spannend!


Julia Dippel hat erneut einen tollen Auftakt zu einer Reihe geschaffen, die ich auf jeden Fall weiterverfolgen werde und mich schon freue, irgendwann in den zweiten Teil und damit in die Welt Cassardims eintauchen zu dürfen! Amaia ist genau wie Ari eine tolle Protagonistin und Kämpfernatur, die mir sofort sympathisch war!
Den halben Stern Abzug gibt es für die zwei kleinen Kritikpunkte, die ich beschrieben habe: Noárs Verhalten an zwei Stellen im Buch, sowie die veränderte Stimmung gegen Ende des Buches.
Ich bin gespannt, wer es wagt, sich im zweiten Teil mit Amaia anzulegen!

★★★★☆ 
4,5 von 5 Sternen


 Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!








1 Kommentar:

  1. Hallo liebe Sabrina,

    eine tolle Rezension! Der Klappentext hat mich ja schon neugierig gemacht, da das nach einer eher ungewöhnlichen Idee klang, aber deine Rezension hat jetzt endgültig mein Interesse geweckt. Gerade Sarkasmus liebe ich ja. ^^ Ich werde das Buch auf jeden Fall im Auge behalten!

    Liebe Grüße
    Dana

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